Sweeping Promises

Sweeping Promises stellten sich dem weltweiten Punk-Underground mit ihrem Debütalbum „Hunger for a Way Out“ vor – einem der großen musikalischen Durchbrüche während des Pandemie-Lockdowns 2020. 2023 folgte das gefeierte Album „Good Living is Coming for You“; darauf loteten Gitarrist und Produzent Caufield Schnug sowie Bassistin und Sängerin Lira Mondal – inzwischen in Kansas ansässig – die Grenzen ihrer Kreativität bei der Heimaufnahme aus: neuer Ort, neue Räumlichkeiten. Nun meldet sich die Band mit einem energiegeladenen neuen Werk zurück: „You Say I Romanticize“(VÖ: 14.08.2026/Sub Pop Records).

„You Say I Romanticize“ entstand über einen Zeitraum von 18 Monaten – eine Phase, die maßgeblich von der Vorbereitung und den gelegentlichen Unterbrechungen durch Schnugs Produktionsarbeiten für andere Künstler geprägt war. Das Album ist eine Hommage an das Chaos, das mit kreativem Schaffen und Zusammenarbeit unter wechselnden Bedingungen einhergeht. Seit Jahren leben und arbeiten Schnug und Mondal in Kansas in einem Haus, das zugleich als Tour-Unterkunft und Tonstudio dient; dort produzieren sie jährlich Dutzende Alben anderer Bands, beherbergen tourende Musiker, planen Konzerte und vieles mehr. Nach einem intensiven Prozess, in dem die Demos für „YSIR“ aufgenommen, selektiert und – im Hinblick auf den bewusst angestrebten „Wall-of-Sound“-Klang – in einer eigenwilligen „Kammeraufnahme“-Technik ausgefeilt wurden, holte sich das Duo den Tour-Schlagzeuger Spenser Gralla dazu, um die Songs so einzuspielen, wie die Band sie auch live auf der Bühne präsentieren würde.

Der Liebe von Sweeping Promises zu ihrer Künstler-Community – einer Gemeinschaft von Außenseitern, die ihren Status als „Andersartige“ in lebendige Kunst und Punkrock verwandeln und sich oft in dem als Drehscheibe fungierenden Heimstudio der Band die Klinke in die Hand geben – steht auch eine Schattenseite gegenüber. „You Say I Romanticize“ greift das über Jahre entwickelte Ethos von Mondal und Schnug auf, Kunst um jeden Preis zu schaffen, stellt diesen Ansatz jedoch auf den Kopf und mündet in einer Art „Persönlichkeitsepidemie“, die sich durch alle zehn Songs zieht.

Sweeping Promises stehen seit Langem für konzeptorientierten Art-Punk, der auf bemerkenswerte Weise unmittelbar und unwiderstehlich wirkt. Obwohl sich das Album überwiegend um Persönlichkeiten dreht, die durch Isolation eingeengt sind, wird „You Say I Romanticize“ von einer geradezu mitreißenden Energie getragen.

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