Chronik einer Widerstandsbewegung
Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es überall in Deutschland oppositionelle Jugendgruppen. Leipzig war eines der Zentren. Bis zu 1.500 Jugendliche und junge Erwachsene trafen sich ab Mitte der 1930er Jahre im Stadtgebiet in Cliquen jenseits der Hitlerjugend und lehnten sich gegen das NS-Regime auf.
Zu den Meuten wechselten auch HJ-Mitglieder, da ihnen das zwanglose Jugendleben attraktiver erschien als Drill und Gehorsam. Die Mädchen und Jungen verbrachten ihre Freizeit selbstbestimmt miteinander oder trafen sich in ihren Stadtteilen auf der Straße zum Austausch. Und man wurde gegen die HJ aktiv: mit Streuzetteln und Schlägereien. In kleineren Runden hörte man verbotene Radiosender und diskutierte über ein Deutschland ohne die Nationalsozialisten.
Gestapo und Justiz verfolgten die Meuten, es kam zu Prozessen vor dem Volksgerichtshof wegen »Vorbereitung zum Hochverrat«, nicht wenige Meutenmitglieder wurden in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
»Die Geschichte der Leipziger Meuten« ist ein eindrucksvolles und umfassendes Zeugnis über jugendliches Aufbegehren und den Kampf um Freiräume in der Zeit einer furchtbaren Diktatur. Ein Buch über Jugendkulturen, Nonkonformität, Opposition und Widerstand.
Broschur, mit Abb.
ca. 272 Seiten
März 2026
Sascha Lang:
Sascha Lange wurde 1971 geboren und lebt seither in Leipzig. Er ist Autor und promovierter Historiker mit dem Schwerpunkt Jugendkulturen und DDR-Geschichte. Zu diesen Themenberät er außerdem Museen, Medien und Theater. Zusammen mit Dennis Burmeister veröffentlichte er drei Bücher über die britische Popband Depeche Mode. Im Ventil Verlag erschien unter anderem „Meuten, Swings & Edelweißpiraten – Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus“.


