„So Far“ (VÖ: 05.12.25/Bureau B) so weit weg. Bereits 1972 hatte Faust das Konzept des Rockalbums dekonstruiert. Mit ihrem selbstbetitelten Debüt sprengten sie alle Konventionen mit Tape-Edits, abstrakten Strukturen und einer bissigen Collage aus kulturellem Abfall. Der Nachfolger, nur sechs Monate später aufgenommen, war keine Rückkehr zu diesem Radikalismus, sondern dessen Weiterentwicklung. Anstatt die Form durch offene Fragmentierung herauszufordern, verbarg die Band ihre Subversion nun in Strukturen, die beinahe, beinahe, Liedern ähnelten. Aber lasst euch nicht täuschen. Das ist immer noch Faust: unberechenbar, subversiv und frei von Konventionen.
IV:
Bis 1973 hatten Faust die Schaltkreise des deutschen Rocks bereits neu verdrahtet. Ihre ersten beiden Alben hatten die traditionelle Songform mit einer freudigen Missachtung von Kontinuität, Kohärenz oder kommerziellem Erfolg gesprengt. Die Faust Tapes, die Anfang des Jahres für 49 Pence als surreale Kostprobe ihres Cut-and-Paste-Genies erschienen waren, hatten ihnen ein neugieriges britisches Publikum und die Gunst von Virgin Records eingebracht. Für einen kurzen Moment schien es, als würden Faust endlich mitspielen, zumindest ein bisschen. Was stattdessen erschien, war Faust IV (VÖ: 05.12.25/Bureau B) ihr paradoxestes Werk: zugänglich genug, um Hörer anzulocken, komplex genug, um sie im Ungewissen zu lassen.
Bureau B veröffentlicht „So Far“ zeitgleich mit „Faust IV“ als CD/LP/Ltd LP und DSP am 05.12.25 als Reissue.


