Faust – Moi (curated by Jean-Hervé Péron)

Faust – Moi (curated by Jean-Hervé Péron) VÖ: 25.09.2026 Bureau B

Im Laufe der Jahre hat Faust viele Gestalten angenommen – so eigenständig wie die Finger einer Hand, und doch vereint wie die Hand, die sich zur Faust ballt. In dieser neuen LP-Reihe bei Bureau B (VÖ: 25.09.2026) präsentiert jedes noch lebende Mitglied der legendären Besetzung aus den Jahren 1971 bis 1974 seine ganz persönliche Interpretation des Faust-Mythos; ob allein oder in Zusammenarbeit mit anderen, es entsteht neues Material, das ihre heutige Vision dessen widerspiegelt, was Faust sein kann.

Schon seit seiner Kindheit widmet sich Jean-Hervé Péron der Kreativität, wo immer er ihr begegnet. Ob im Duett mit dem Klang seiner eigenen Schritte, in der Zusammenarbeit mit Betonmischern oder beim Experimentieren mit Instrumenten aller Art – das spielerische Element steht im Mittelpunkt seines Schaffens. Dieses neue Album versammelt Ideen, Erinnerungen und unvollendete Projekte, die sich im Laufe seines Lebens angesammelt haben. Der augenzwinkernde Untertitel „Maybe Of Interest“ (vielleicht von Interesse) birgt einen typischen Péron-Witz: Die Abkürzung MOI könnte zwar ein gewisses Selbstbewusstsein oder gar Egozentrik andeuten, doch der Untertitel konterkariert dies auf sanfte Weise und offenbart jene Verletzlichkeit, den Humor und die Selbstreflexion, die das gesamte Album durchziehen. Tatsächlich ist MOI alles andere als ein Alleingang. Unter dem Namen FaUSt veröffentlicht – wobei die Buchstaben „US“ bewusst großgeschrieben sind –, spiegelt das Album Pérons Glauben an Zusammenarbeit, Freundschaft und kollektive Kreativität wider und vereint ein breites Netzwerk aus Musikern, Tontechnikern, Autoren und Performern aus dem erweiterten Faust-Umfeld. Mehr als zwanzig Personen waren an den Aufnahmen beteiligt, wodurch MOI ebenso sehr ein Gemeinschaftsprojekt wie ein persönliches Statement ist.

Das Album entstand im Laufe von zwei Winterwochen im Studio in Schiphorst (Norddeutschland) und verbindet auf geschickte Weise die gegensätzlichen Pole akribischer Planung, freier Improvisation und zufälliger Entdeckungen; dabei schöpft MOI gleichermaßen aus Kindheitserinnerungen, Fluxus-Prinzipien, dadaistischem Humor und zutiefst persönlichen Erlebnissen. Das Resultat ist ein Album, das sich mühelos zwischen Musique concrète, Avant-Pop, Jazz, Spoken Word und experimenteller Elektronik bewegt – vereint durch Pérons Neugier und seinen unbändigen Spieltrieb.

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